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ARNSHAUGK VERLAG
Der Verlag mit dem Lindenblatt

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95930232 Weinheber, Untatsachen18.00 €
95930221 Hoelzl, Bruckners Symphonien 1-558.00 €

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Neuerscheinungen

Arnshaugk Verlag: Gesamtverzeichnis. 2021. 32 S. 25 gr. Bestell-No. 18000110. Gh. 0,40 €

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Bräuninger, Werner: Was wir lieben mußten. Roman. 2021. 243 S. 360 gr. ISBN 3-95930-241-X. Gb. 22,– €*

Dieser Roman ist ein positiver Gegenentwurf zu Michel Houellebecqs „Unterwerfung“, spielt in den Jahren 2024 und 2025 und führt die katastrophalen Tendenzen der Gegenwart zum Exzeß, ja zum Bürgerkrieg, der auch mit schweren Waffen geführt wird. Zwei Außenseitern, welche die allgemeine Not zu Quereinsteigern in die Politik macht, einem Deutschen und einem Ägypter, gelingt es, sowohl im Westen als auch in Afrika und im Orient den Gedanken der Remigration populär zu machen und eine enorme Rückwanderungswelle in Gang zu setzen. Der Autor verleiht dem kaum Vorstellbaren Plausibilität und zeigt in befreiender Weise, daß Geist und Menschlichkeit über die plumpe Faktizität einer verbrecherischen Politik triumphieren können. Ahnungsvoll und dystopisch, mutig und resignativ zugleich, ist das Werk in seiner eigentümlichen Prophetie eine faszinierende Melange aus Dichtung und Wahrheit und provoziert geradezu die Frage, in welchem Verhältnis zu unserer Realität es zu sehen ist.
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Bremhorst, Holger: Über-Leben. Imperialer Auftrag und Unsterblichkeit im Lichte der Tradition. 2021. 761 S. 1100 gr. ISBN 3-95930-244-4. Gb. 48,– €

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Dibdin, Thomas Frognall: Ursprung und Frühzeit des Buchdrucks. Ein Tag aus dem Bibligraphischen Dekameron. 2021. 141 S. 250 gr. ISBN 3-95930-245-2. Gb. 18,– €

Seit knapp 200 Jahren gilt Johann Gutenberg als Erfinder des Buchdrucks, obwohl dieser für Goethe und seinen Jugendfreund Friedrich Maximilian Klinger noch Johann Faust hieß. In Nachschlagewerken ist man seither bemüht, alle Spuren früheren Streits zu tilgen. Unsere Übersetzung einer Arbeit des Bibliothekars von William Spencer Cavendish, dem Herzog von Davonshire, von 1817 trägt die Argumente zusammen, die gegen Gutenberg als Erfinder sprechen. Ein Vorwort versucht mögliche Gründe für den unglaublichen Schwindel zu finden.

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Fechter, Konstantin: OberOst. Roman. 2020. 207 S. 360 gr. ISBN 3-95930-234-7. Gb. 18,– €*

1919, die Freikorps in Kurland zwischen Rotarmisten, lettischen Nationalisten und einer Reichsregierung, die sie ausbürgert. Ein Rittmeister reist mit Berliner Geheimauftrag und soll einen eigenmächtigen Hauptmann aufspüren, der allgemein »Mitras« genannt wird. Gerüchte besagen, er würde nicht nur über eine Kompanie von Abtrünnigen, sondern die Zeit selbst herrschen. Auf seinem Weg trifft der Rittmeister historische Figuren wie Ernst von Salomon oder den russischen Revolutionär Boris Sawinkow. Doch je weiter der Rittmeister in das vom Terror des Bürgerkrieges gezeichnete Land vordringt, desto mehr gerät dieser Auftrag zu einem Vorstoß ins Herz der Finsternis. Jeder Tag, jede Begegnung nimmt dem Rittmeister mehr von dem, was ihm als Mensch und preußischem Offizier eigen war. Wohin führt sein Befehl, in einer Welt, die vom Grauen regiert wird?
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Gartz, Jochen: Psychedelika historisch betrachtet. 3. Aufl. 2021. 124 S. 220 gr. ISBN 3-95930-249-5. Gb. 16,– €

Dr. Jochen Gartz erforscht seit über 30 Jahren psychoaktive Pilze in aller Welt. In den USA und in Südafrika entdeckte er bis dahin unbekannte Arten und unterzog sie eingehender wissenschaftlicher Untersuchung. Als Experte auf diesem Gebiet war er maßgeblich an einer holländischen Regierungsstudie zur Risikoabschätzung beteiligt. Seine pharmakologischen Studien verbindet er mit einer enzyklopädischen Literaturkenntnis auf seinem Gebiet. Die Quellen reichen von den Mythen der Völker über die Zeugnisse von Kräutermedizin, Geheimlehren und Schamanismus bis zur modernen Ethnobotanik, beziehen aber auch Darstellungen des Mißbrauchs durch Militär, Geheimdienste und okkulte Heilslehrer ein.

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Grothaus, Christian Johannes: Tradition und Wandel - ein Widerspruch? Mit einem Vorwort von Reinhard Falter. 2020. 71 S. 175 gr. ISBN 3-95930-233-9. Gb. 14,– €*

Gemeinhin wird Tradition mit Geschichte in Verbindung gebracht und über die Vergangenheit gedeutet. Der vorliegende Essay will das Phänomen hingegen breiter aufschlüsseln und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenbringen. Der Begriff wird von den Mißdeutungen der Aufklärung befreit, um seinen konstituierenden Charakter zu betonen und in ihm eine Basis harmonischer Lebenswirklichkeit zu erkennen. Diese Schrift spart nicht mit Hieben auf die interpretatorischen und realen Machenschaften, die unsere Gegenwart dominieren. Gleichwohl betont der Autor, daß Europa heute seinen Wurzeln zwar entfremdet, aber nicht unwiderruflich von ihnen getrennt ist. Ob und wann die Kraftquelle wiederentdeckt wird, bleibt offen.

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Hackel, Rainer: Arno Breker. Triumph und Tabu. 2021. 127 S., 40 Abb. 300 gr. ISBN 3-95930-238-X. Gb. 18,– €*

Der Autor entwirft in seinem Essay ein überraschendes Bild des umstrittenen Bildhauers: Er zeigt die Prägungen Brekers durch die französische Bildhauerschule auf und deutet auf einfühlsame Weise Skulpturen und Portraits. Er setzt sich aber auch – anhand neuer Quellen – mit Brekers Rolle im Dritten Reich auseinander und zitiert dessen erschütterndes Eingeständnis der Schuld, einem Regime gedient zu haben, dessen verbrecherischen Charakter er deutlich erkannt hatte.
In den hier gedeuteten Portraits berühmter Persönlichkeiten wie Jean Cocteau, Ezra Pound und Leopold Sédar Sénghor lotet der Bildhauer das Wesen des Menschen in einer Weise aus, wie es seither keinem Künstler mehr gelungen ist. Aber auch die als faschistische Propaganda verworfenen heroischen Figuren und Reliefs Brekers gilt es neu zu entdecken – bewährt sich doch auch hier die von Hackel verteidigte Autonomie der Kunst.
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Hackel, Rainer: Der unbemerkte Aufstand. Eine Woche mit dem Dichter Uwe Lammla. 2021. 200 S. 300 gr. ISBN 3-903000-05-1. Gb. 18,– €

Obwohl Uwe Lammla mit Reim und Rhythmus die Natur besingt und nicht müde wird, Gott zu loben, hat er sich nicht in den vielfach geschmähten Elfenbeinturm – gegen den ja im Grunde nichts einzuwenden ist – zurückgezogen, sondern steht mit beiden Beinen im Leben: Er ist Dichter, Buchhändler und Verleger, und er kümmert sich um ein weitläufiges Anwesen.
All‘ diese Dinge nahmen mich für den unbequemen Dichter ein, so daß ich schließlich auf den Gedanken verfiel, mit ihm Gespräche über sein Leben und Werk zu führen. Glücklicherweise zeigte Uwe Lammla Interesse an einem solchen Buch. Die sechs Gespräche gehen aber über ein Werkstattgespräch weit hinaus. Entstanden ist ein Vademecum in dürftiger Zeit, ja ein libertäres Manifest. Denn Uwe Lammla nimmt bei seinen Antworten weder auf Kritiker noch auf die politische Korrektheit Rücksicht. Der Leser erlebt eine Souveränität des Urteils, eine Unmittelbarkeit des Erlebens und eine Bejahung des gottgewollten Schicksals, die sich jedem Satz eingebrannt haben.

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Haslhofer, Jurek: Die Chroniken des Ministerialrates Wendelin P. Roman. 2021. 389 S. 600 gr. ISBN 3-95930-226-6. Gb. 26,– €

Den nicht zuletzt durch seine exzessive Lebensführung frühzeitig gealterten Ministerialrat Wendelin P. wird man weder als verläßlichen Chronisten noch als typischen Zeitgenossen bezeichnen können. Immerhin weiß er Erstaunliches mitzuteilen, etwa, wie das bekannt heimtückische „Corona“-Virus auch den Umsturzplänen seines Freundes, des Berufsrevolutionärs im Staatsdienst, Drzewiecki in die Quere gekommen ist. Die gute Nachricht für den Leser: Der Durchbruch im Kampf gegen den Kapitalismus ist durch die Krise des Jahres 2020 nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben worden! Darüber hinaus gibt es ein Wiedersehen mit etlichen Alptraumfiguren aus den „Tanten des Adjutanten“ und der „Staatsraison“, wie etwa den streitbaren und sündhaften Pater Krispin, ob dessen triebhafter Aktivitäten gleichwohl so manches zeitgeistig-exaltiertes Dämchen zurück auf den rechten Weg des Glaubens gebracht wird. Die etwas dämonische Kraft des Ministerialrats wird schließlich einem seiner Leser, dem jungen Gottlieb Matzeneder, beinahe zum Verhängnis, der nicht in der Lage scheint, Dichtung und Wahrheit auseinanderzuhalten, überdies zu spät bemerkt, wie sehr sein eigenes Leben mit diesen Texten verstrickt erscheint, und der gegen Ende zu auf höchst gefährliche Abwege gerät.

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Haubenreißer, Uwe: Traumkantate. Gedichte. 2020. 160 S. 260 gr. ISBN 3-95930-200-2. Lw. 18,– €*

Der Autor, dessen Gedichte bisher nur im mündlichen Vortrag oder als verstreute Einzelstücke zu erleben waren, ist dem Wunsche seiner Freunde gefolgt und hat aus dem poetischen Schaffen dreier Jahrzehnte zusammengestellt, was ihm gelungen und mitteilenswert erschien. Wir freuen uns außerordentlich, daß er seine publizistische Zurückhaltung aufgegeben hat – denn dieses Buch offenbart einen poetischen Kosmos, in dem vom jugendlichen Überschwang erster Verse bis zu den souveränen Sprachwerken des Mannesalters Sterne aller Größen und Farben leuchten und sich zu vielfältig deutbaren Konstellationen verbinden. Elegisches neben Menschlich-Allzumenschlichem‚ präzise Naturschau neben kunstvoller Reflexion, lyrische Exkurse zu Fragen der Form und des Inhalts, aber auch heiter-ironische Nachrichten aus dem Elfenbeinturm, Sprachspielerisches und epigrammatische Florettstiche – durchaus eine Art Heerschau des Gedichts, in der alles bis auf das i-Tüpfelchen stimmt und den hohen Anspruch des Autors an Ausdruck und Genauigkeit bezeugt.

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Hebbel, Friedrich: Demetrius. Dramenfragment. 2020. 159 S. 295 gr. ISBN 3-95930-229-0. Gb. 18,– €*

Der Fragmentcharakter des Fünfakters »Demetrius« ist wohl als Huldigung an Schiller zu verstehen, der über diesem Stoffe starb und dem Hebbel in seinen dramatischen Arbeiten leblang verbunden blieb. Ungeachtet des abrupten Schlusses ist der Spannungsbogen komplett ausgeführt. Denkbar ist auch, daß die Pünktchen nach der letzten Szene andeuten sollen, daß die Angriffe des katholischen Westens gegen die Erben des Byzantinischen Reiches und seiner Kirche nicht enden wollen. Das viel zu wenig beachtete Stück von Hebbel ist heute politisch hochaktuell.

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Hickson, Gerrard: Gestürzte Könige. Eine Geschichte der grundsätzlich verfehlten Astronomie vom Alten Rom bis heute. 2021. 104 S., 33 Abb. 180 gr. ISBN 3-95930-236-3. Gb. 16,– €

Hipparch, der als erster die trigonometrische Methode zur Höhen- und Entfernungsmessung nutzte, verzweifelte bei dem Versuch, die Ent­fernung der Himmelskörper zu messen, weil er keine ausreichende Basislinie auf der Erde finden konnte. Sein Fazit, die Himmelskörper seien »unendlich« weit entfernt, wurde von Ptolemäus übernommen und produzierte die Widersprüche, an denen Kopernikus, Kepler und Galilei angriffen. Obwohl seit dem 18. Jahr­hundert die technische Möglichkeit besteht, das von Hipparch Versuchte erfolgreich zu wieder­holen, wird der eingeschlagene Weg mit immer abenteuerlicher anmutenden Anpassungen und Zusatzannahmen verteidigt. Unser Autor verwirft die Astronomie seit der Antike. Weil dieser hier ausführlich und passioniert ausgebreitete Ge­danke die radikalste Ablehnung des modernen Denkens darstellt, die theoretisch möglich scheint, hat sich das Buch im englischsprachigen Raum zu einem Klassiker der Wissenschafskritk ent­wickelt. Unsere Ausgabe stellt das Werk mit hun­dert Jahren Verspätung nun auch dem deutschen Publikum vor.

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Hölzl, Wolfgang: Anton Bruckners Symphonien 1 bis 5. 2021. 480 S., zahlr. Notenbesp. 800 gr. ISBN 3-95930-221-5. Gb. 58,– €

Dieses Buch setzt sich mit Bruckners erster großer symphonischen Schaffensphase auseinander. Das letzte Glied der hier besprochenen Werkreihe, die Fünfte Symphonie, wurde nicht nur von Leopold Nowak als deren Gipfel bezeichnet. Die Kenntnis der früheren Fassungen vermag an diesem Nimbus ein wenig zu rütteln; die Distanz zu ihren Vorgängerinnen scheint etwas geringer geworden zu sein. Für den Leser könnte die chronologisch korrekte Betrachtung zu einem interessanten Perspektivwechsel geraten. Jene ihm wohlbekannte Vierte ging der Fünften keineswegs voran, sondern wurde erst drei Jahre nach ihr vollendet. Die in diesem Buch behandelte Vierte von 1874 ist dagegen so ziemlich der stilistische Antipode der Fünften, mit der sie eigentlich nur den – auf ganz andere Weise gestalteten - ekstatischen Schluß gemeinsam hat. Die wohl bekannteste Fassung der Dritten stammt aus Bruckners späten Jahren. Ihre Erstfassung von 1873 unterscheidet sich von Temperament und Gehalt ganz besonders von der Vierten und eigentlich auch allen übrigen Schwestern. Die Zweite ist in der Erstfassung ein ganz exquisites Werk, das indes schwer unter ihrer nachträglichen Verstümmelung zu leiden hat. Ihr gehen die bei aller berechtigten, ja gebotenen Wertschätzung doch reichlich skurrile Nullte, die wilde Erste und die klassisch-schöne Studiensymphonie voran. Vor allem die Nullte erscheint für Bruckners Entwicklung und für unser tieferes Verständnis seiner Eigenheiten von großem Interesse, weniger was das fugierte Finale, das in seiner Schlichtheit eben nicht als Vorankündigung der großen Fünften verstanden werden sollte, sondern den Kopfsatz mit seinen metrischen Verwerfungen anbelangt, die, wenngleich nicht in dieser Rigorosität weiterverfolgt, Bruckners komplexe und vielschichtige Behandlung dieses Parameters aufzuzeigen vermögen.

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Hölzl, Wolfgang: Bruckners Weg zur Siebenten. 2021. 480 S., zahlr. Notenbeisp. 800 gr. ISBN 3-95930-222-3. Gb. 58,– €

Dieser Band behandelt neben der Sechsten die beiden berühmtesten Bruckner-Symphonien, nämlich die Vierte aus den Jahren 1878/80 und die Siebente, wobei vor allem die Analyse letztgenannten Werks sehr ausführlich ausfällt. Obschon sie letztlich den Durchbruch bringen sollte, wurde keine andere Bruckner-Symphonie seitens der Wiener Kritik derart mit Gehässigkeit und Häme überschüttet; und bis in unsere Tage stoßen sich so manche Musikkommentatoren beispielsweise an der Kürze des Finales oder an vorgeblichen Banalitäten etwa am Schluß des Kopfsatzes oder am Höhepunkt des Adagios. Die vorliegende Schrift versucht, dieses trotz aller Popularität immer noch verkannte Werk in neuem Licht erscheinen zu lassen, indem das dahinter stehende formale und, damit eng verbunden, harmonisch-tonale wie auch das metrische Konstrukt erstmals aufgezeigt und erläutert wird.

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Köhler, Horst: Am Wegrand. Heiteres und Ernstes abseits der Spur. 2020. 304 S., 37 Zeichn., 1 Notenbsp. 380 gr. ISBN 3-95930-217-7. Lw. 26,– €*

Der dritte Band der Werkausgabe umfaßt unveröffentlichte Erzählungen, satirische Texte, Aphorismen, Gedichte, essayistische Entwürfe sowie Funde aus dem Nachlaß. Ebenfalls enthalten sind die bisher nur in einer kleinen Privatedition erschienenen humoristischen Vers-Erzählungen »Balduin und Der Flohzirkus« und »Das lachende Fabelbuch« sowie die Adventsgeschichte »Frau Zackig und Frau Bräunlich«.

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Lammla, Uwe: Testament eines Goldkorns. Erzählungen, Reden, Essays. 2021. 164 S. 200 gr. ISBN 3-95930-246-0. Kt. 12,– €

Inhalt: Was ist ein guter Text? / Form und Inhalt im Gedicht / Der Essay / Rilke und Rußland / Poll / Feuer / Der Herr Gevatter / Testament eines Goldkorns / Bahnwärter Thing / Ich würde gerne fernsehen! / Nachruf für Dieter Wolf / Deutsche Dichtung? / Wo der Pfeffer wächst / Basch Tschelik und der Lumpensammler / Die Säule an der Rothenburg / Osterspaziergang / Zwölfton in Einbeck / Ein Mittsommertraum / Bis hierhin hat mich Gott gebracht

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Lammla, Uwe: Unstrutleuchten. Gedichte. Mit Bildern von Sebastian Hennig. 2020. 223 S., 37 Zeichn. 340 gr. ISBN 3-95930-213-4. Gb. 22,– €*

Die Unstrut, der wasserreichste Nebenfluß der Saale, ist eng mit der deutschen Geschichte verflochten. An der Helmemündung soll Heinrich die Ungarn geschlagen haben. Vom Wendelstein und der nahen Kaiserpfalz leuchtet das frühe Reich. Dieses Licht spürt der Dichter in den zahlreichen darüber liegenden Schichten auf, in Flurnamen, Sagen, Bräuchen, aber auch in Irrtum und Selbstverleugnung. Die Bilder fassen in eigener Weise Landschaft und Menschenschlag und führen den Leser wie ein Vergil in das Traumhafte einer Wanderung am leichtsinnigen und dabei schwerbeladenen Fluß.

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Pfitzner, Hans: Eindrücke und Bilder meines Lebens. 2021. 137 S. 240 gr. ISBN 3-95930-235-5. Gb. 16,– €*

Hans Pfitzner wird oft als schwieriger Charakter und als ein von Schicksalsschlägen gebeutelter, verbitterter alter Mann geschildert. Gerade heute, wo landauf, landab die Pfitznerstraßen umbenannt werden, möchte der Neudruck der 1948 erschienenen Erinnerungen dieser Verzeichnung entgegenwirken. Zwar behandeln die hier versammelten Eindrücke die Zeit vor der politischen Polarisierung im ersten Weltkrieg, gleichwohl erleben wir auch den jungen Komponisten in bescheidenen und geradezu demütigenden Verhältnissen. Köstlicher Humor korrespondiert mit einem frappierenden Realitätssinn, wobei von Bitterkeit keine Spur zu entdecken ist. Die Widrigkeiten und die fast religiös wirkenden helfenden Hände im Hintergrund, aber auch die unverstellte Menschlichkeit im Umgang mit kleinen Leuten, ihren Vorzügen und Lastern, zeigen sehr anschaulich, daß der Stern seiner Größe auf einer im besten Sinne des Wortes volkhaft deutschen Mentalität thront.

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Reichenbach, Karl von / Fechner, Gustav Theodor: Odisch-magnetische Briefe. Mit dem Nachruf: Erinnerungen an die letzten Tage der Odlehre und ihres Urhebers. 2021. 127 S. 200 gr. ISBN 3-95930-237-1. Gb. 18,– €

Obgleich er als Entdecker des Paraffins und des Kreosots einen glänzenden Ruf als Chemiker hatte, stieß seine Odlehre auf einhellige Ablehnung der Fachwelt. Der Grund dürfte in dem demokratischen Grundsatz der Wissenschaft liegen, Experimente müßten für jedermann dieselben Ergebnisse zeitigen. Die der Odlehre zugrundeliegenden Phänomene erschließen sich jedoch nur den Sensitiven, einer Minderheit, die keinerlei Zusammenhang mit sozial und intellektuell anerkannten Ordnungen zeigt. Die hier aufgelegte Frühschrift zeigt die Lehre weniger weitschweifig als spätere Werke. Beigegeben ist ein Nachruf Gustav Theodor Fechners, der sich aus skeptischer Perspektive um Gerechtigkeit bemüht.

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Ritter, Johann Wilhelm: Fragmente aus dem Nachlasse eines jungen Physikers. Ein Taschenbuch für Freunde der Natur. Vermehrt um die Rede »Die Physik als Kunst« und eine Würdigung des Autors von Wilhelm Ostwald. 2021. 303 S. 460 gr. ISBN 3-95930-225-8. Gb. 26,– €*

»Ritter ist Ritter, und wir sind nur Knappen.« (Novalis)

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Sander, Hans-Dietrich: Das Gastmahl des Leviathan. Herausgegeben von Heiko Luge. 2021. 448 S. 550 gr. ISBN 3-944064-69-0. Gb. 42,– €*

Der von Sander gewählte Titel verbindet jene mythische Figur, die Thomas Hobbes für den neuzeitlichen Staat verwendet hatte, mit dem Vorgang des Gastmahls als Symbol seiner sukzessiven Auflösung. Aufgestiegen als Polis der Neuzeit, legitimiert durch die Ordnungs- und Gestaltungsaufgabe nach dem Zerfall der mittelalterlichen Civitas, wurde der Leviathan seit seinen Anfängen bekämpft und gejagt, schließlich erlegt und verspeist – ohne, daß eine adäquate Institution in Sicht wäre, die den Herausforderungen einer sozialen Lebensordnung unter den Bedingungen menschlicher Freiheit gewachsen wäre. Daß die Krisen der Moderne, die Sander als eine Verfallsform der Neuzeit ansah, zu einer »Auflösung aller Dinge« eskalieren konnten, hatte eine wesentliche Ursache in der Schwäche des waidwunden Leviathans, nicht in seiner vermeintlichen Omnipotenz, die liberal-libertäre und konservative Staatskritiker mit der anmaßend-übergriffigen Macht seines mythischen Gegenspielers Behemoth verwechseln.
Sanders zentrale Arbeiten an dem Text, die sich von 1977 bis Mitte der 1980er Jahre erstreckten, konnten von ihm nach einer jahrzehntelangen Pause nicht wieder aufgegriffen und fortgeführt werden, auch wenn er dies nach der Einstellung seiner Zeitschrift Staatsbriefe wiederholt angekündigt hatte. Zu lange waren wohl die Unterbrechung, zu gering die altersbedingt nachlassenden Energien und zu hoch der Selbstanspruch, um erneut in der erreichten Breite und Tiefe in die komplexe Thematik einzusteigen. So ist Sanders staatsphilosophisches Opus magnum am Ende ein Torso geblieben.
Die Einleitung und die ersten sechs Kapitel des Gastmahls sind hier vollständig und unverändert abgedruckt. Zu den geplanten Kapiteln sieben bis zehn existieren nur ein paar ungeordnete handschriftliche Notizen und verstreute Quellenhinweise, die sich nicht mehr zu einem schlüssigen Text zusammenführen lassen. Die Gedankenlinien der »fehlenden hundert Seiten«, wie Sander das letzte Viertel des Gastmahls mir gegenüber nannte, kann man jedoch anhand der vorhandenen Kapitelüberschriften und Zwischentitel zumindest erahnen. Sie sind daher in diesem Band mit abgedruckt worden.

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Schilling, Rolf: Traum-beschwingt. Gedichte. 2021. 255 S. 380 gr. ISBN 3-95930-247-9. Lw. 28,– €

Das Buch enthält die Gedichtsammlungen »Holders Prolog«, »Ins Freie«, »Aquarius«, »Lunaria« und »Quester im Herbst«.

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Waldner, Wolfgang: Der preußische Regierungsagent Karl Marx. Wie der Schwager des preußischen Innenministers Ferdinand von Westphalen der berühmte Theoretiker des Sozialismus wurde. 2. erw. Aufl. 2020. 394 S. 580 gr. ISBN 3-95930-231-2. Gb. 24,– €*

Den Kennern der Arbeit politischer Agenten war und ist es kein Geheimnis. Auch ohne den preußischen Innenminister als Schwager würde der Lebenslauf von Marx auf den ersten Blick das Urteil erlauben. Zu viele Kontakte mit wichtigen Zeitgenossen für einen politisierenden Privatmann und zu nachhaltiger Einsatz zum Schaden der Dissidenten für persönlichen Haß und private Rechthaberei. Zu viel Lob in den herrschenden Kreisen für den vorgeblich tiefen Denker und Kritiker des Kapitalismus. Ein Spitzel wird engster Freund des Theologen Bruno Bauer, ist plötzlich Redaktionsleiter der Rheinischen Zeitung in Köln, finanziert vom baldigen Ministerpräsidenten Ludolf Camphausen, der ihn später zur Mitarbeit in seinem Ministerium auffordert. Seine Theorien richteten sich gegen die bekannten Köpfe der frühen Sozialisten. Anfangs unterwanderte Marx mit seinen Kumpanen den Handwerkerbund von Weitling, zuletzt zersetzte er die Erste Internationale. Die Wortführer der Arbeiterbewegung fanden seine Theorien unbrauchbar, erst das von Bismarck initiierte Sozialistengesetz ermöglichte dem Marxismus Einfluß auf die verfolgte Sozialdemokratie. Nach seiner Ankunft in England hatte sich Karl Marx als Mitstreiter des David Urquhart, eines Agenten der britischen Krone, an der Agitation gegen Rußland beteiligt, das die globalen Interessen der Briten bedrohte.

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Weinheber, Josef: Urtatsachen. Achtzig Sprachkunstwerke und eine Rede. Ausgewählt und textkritisch durchgesehen von Christoph Fackelmann. 2020. 136 S., 1 Abb. 240 gr. ISBN 3-95930-232-0. Lw. 18,– €*

Die Auswahl erscheint im 75. Jahr nach dem Tod Josef Weinhebers. Sie ist weitgehend auf einen hohen Ton und jenen Begriff von Sprachkunst gestimmt, den Weinheber ab den frühen zwanziger Jahren in das Zentrum seiner Poetik rückte. Mit ganz wenigen, vorsichtig gewählten Ausnahmen sind die Gedichte jenen Büchern entnommen, in denen Weinheber die nach seiner Überzeugung gültigen Ergebnisse seines Schaffens versammelte. Ausschließlich durch diese sorgfältig konzipierten Bände wollte er wirken, an ihnen wollte er gemessen werden. Die programmatische Rede Der Dichter und das Wort aus dem Jahr 1937 – erstmals in vollständiger Fassung gedruckt –, eine kleine Zeittafel und ein knapper editorischer Anhang ergänzen die lyrische Auslese.

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Werfel, Franz: Paulus unter den Juden. Dramatische Legende in sechs Bildern. 2021. 185 S. 200 gr. ISBN 3-95930-240-1. Gb. 18,– €

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Wolff, Uwe: Tango. Das Leben tanzen. 2020. 141 S. 240 gr. ISBN 3-95930-230-4. Gb. 16,– €*

Tango war ursprünglich der Tanz der Auswanderer und Heimatlosen: Sein Ursprung liegt in der großen Migration von Europa nach Südamerika. So spiegelt sich in Takt, Text und Tanz eine widersprüchliche Stimmung von Aufbruch und Abschied, Liebe und Trauer, Zuversicht und Melancholie. Es ist diese Vielfalt der Stimmungen, mit der der Tango einlädt, das eigene Leben zu spiegeln. Tango ist die Verwandlung des Schmerzes in Schönheit. Der Tango ist eine Liebeserklärung an das Leben. „Tango“ bedeutet „Berührung“.
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Zoellner, Marc: Der Mann, der Rudolf Diesel erschlug. Roman. 2021. 160 S. 250 gr. ISBN 3-95930-243-6. Gb. 18,– €

Seit der Erfinder des Dieselmotors auf hoher See ums Leben kam, beschäftigt sein Tod die Gemüter. Als abwegig muß die Selbstmordthese gelten, der Mann war mit großen Schwierigkeiten fertiggeworden und stand unmittelbar vor einem glänzenden Auftrag. Gleichzeitig hatte er etliche mächtige Feinde. Zahllos die Indizien, die auf organisierte Vertuschung deuten und eine endgültige Lösung des Rätsels wohl niemals zulassen werden. Der Autor hat die kaum überschaubare Literatur zum Thema studiert, und sich schließlich für eine fiktive Gestaltung aus der Perspektive des Mörders entschieden. Eine spannende Schilderung deutschen Pioniergeists und der Machenschaften der Hochfinanz.

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