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ARNSHAUGK VERLAG
Der Verlag mit dem Lindenblatt

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92637028 Schaefer, Balladen und Gedichte24.00 €
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Wolf von Aichelburg
wurde 1912 in Pola (Istrien) als Sohn des k. u. k. Fregattenkapitäns Arnold von Aichelburg geboren. 1918 ließ sich die Familie in Hermannstadt (Siebenbürgen) nieder. Von 1928 bis 1934 studierte er in Klausenburg und Dijon Germanistik und Romanistik, unternahm dann Reisen durch Deutschland, Frankreich, Italien, die Schweiz und England. Bei Kriegsausbruch kehrte er nach Rumänien zurück. Vom kommunistischen Nachkriegsregime wiederholt verhaftet und eingekerkert, wurde er 1959 im »Prozeß gegen die deutsche Schriftstellergruppe« zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach einer Generalamnestie für politische Häftlinge (1964) konnte er einige Bücher publizieren, nach erneuten Repressionen reiste er 1980 nach Deutschland aus. Von seinem neuen Wohnsitz Freiburg im Breisgau reiste er häufig ans Mittelmeer, das für ihn eine geistige Heimat war. Durch den Tod Wolf von Aichelburgs im Jahre 1994 auf Mallorca blieb die Werkausgabe unabgeschlossen, deren erste beide Bände ein Jahr zuvor in der Edition Arnshaugk erschienen. Im Gegensatz zum wechselvollen Schicksal des Autors zeigt sich das Werk in einer hohen Ausgeglichenheit und klassischen Harmonie. Wolf von Aichelburg gehört nicht zu jeden, die meinen, auf die Zerstörung der Welt mit der Zerstörung der Form reagieren zu müssen. Für ihn ist die Glaubenskrise unserer Zeit überwindbar, das Ausharren ein Gebot der Würde als Mensch und Autor.

Helmut Bartuschek
wurde 1905 in Gleiwitz geboren. Studium der Romanistik, Kunstwissenschaft und Philosophie, dann Fachschule für Büchereiwesen in Leipzig. 1940 Kriegsdienst, 1944 bis 48 in französischer Kriegsgefangenschaft. In der DDR freischaffender Schriftsteller. Bekannt vor allem durch Nachdichtungen und Prosaübersetzungen aus dem Französischen.

Roman Bauer
studierte Philosophie, Theologie und Naturwissenschaften in München, Frankfurt und Freiburg. Er forschte und lehrte an den Universitäten Buffalo, Ulm und Marburg und war Professor für Neurobiologie und Dozent für Neuropsysik.

Michael Beleites
geboren 1964 in Halle an der Saale, wurde vor allem durch seine kirchlich publizierte Dokumentation über die Pechblende ein exponierter Akteur der Umweltbewegung in der DDR. In der Wende beriet er das Neue Forum, später Greenpeace und das Bündnis 90 im sächsichen Landtag, von 2000 bis 2010 war er Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Von 1992 bis 1995 studierte er Landwirtschaft in Berlin und Großenhain. Seine Arbeiten am wissenschaftlichen Nachlaß des Ontithologen Otto Kleinschmidt in Wittenberg seit 1994 inspiririerten ihn zu einer grundlegenden genetisch-ökologischen Analyse (2014), die das Selektionsdenken in der Biologie überwindet und damit der Wettbewerbs-Logik unserer Zeit das Fundament entzieht. Über die Biologie hinaus, bleibt er eng mit der Bürgerbewegung und alternativen Denk- und Poitikmodellen verbunden.

Ben Berressem

Alexander Blöthner
geboren 1974 in Schleiz, studierte in Jena Geschichte. Er wirkt heute als ganzheitlicher Berater und Personaltrainer in Leipzig und verfaßt Bücher zu Lebenskunst, Sagenwelt und Regionalgeschichte.

Hans Blüher
wurde 1888 in Freiburg in Schlesien geboren und starb 1955 in Berlin. Als frühes Mitglied und erster Historiker der vom Steglitzer Gymnasium ausgegangenen Wandervogelbewegung erlangte er in jungen Jahren große Bekanntheit. Begeistert aufgenommen, von anderen aber als abseitig und skandalös empfunden und bekämpft wurden seine Ausführungen zu homoerotischen Triebkräften im Wandervogelbetrieb. Der erste Weltkrieg brachte ihm kein Fronterlebnis, weil er wegen Farbenblindheit ausgemustert wurde. In dieser Zeit baute er seine Wandervogelerfahrungen zu einer Theorie der männerbündischen Gesellschaft aus und begriff den mannmännlichen Eros als Kristallisationspunkt der Staatenbildung. Nach dem Krieg überwandt er den Nihilismus, nachdem er ihn bis zur letzten Konsequenz zugespitzt hatte. Er entdeckte er in der Gnadenwahl Christi die Metaphysik der natürlichen Auserwähltheit und wurde zum streitbaren Protestanten und Monarchisten. So besuchte er regelmäßig Wilhelm II. in Doorn, der Blühers Schriften kannte und schätzte. Nach der Ermordung von Ernst Röhm und Edgar Julius Jung wurde er entschiedener Gegner Hitlers, er zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und arbeitete an seinem philosophischen Hauptwerk, das nach dem Krieg gedruckt wurde.

Norbert Böll
wurde 1947 in Siegburg bei Bonn geboren, wuchs in Köln auf, wurde Hauptschul- und dann Gymnasiallehrer. Nach seiner Pensionierung gab er privat Gitarrenunterricht. Der verheiratete Vater von fünf Kindern lebt seit 1982 auf dem Land in der Eifel. Erst 2006 entdeckte er die Poesie für sich.

Arno Breker

Björn Clemens

Gottfried Dietze
wurde 1922 in Kemberg geboren, studierte Rechtswissenschaft, Philosophie und Politik in Berlin, Göttingen und Hamburg. Er wurde 1949 in Heidelberg Doktor der Rechtswissenschaft mit einer unter Walter Jellinek verfaßten Dissertation Über Formulierung der Menschenrechte. Nach seiner Auswanderung in die USA erwarb er in Princeton den Ph.D. mit einer Dissertation über den Begriff des free government. Von 1954 bis zu seinem Tod 2006 lehrte er Vergleichende Politikwissenschaft in Baltimore und Washington.

Mircea Eliade

Klaus Ender

Friedrich Engelbert
aus Schleusingen, Lyriker und Übersetzer aus dem Rumänischen

Julius Evola
wurde 1898 in Rom geboren und starb 1974 ebendort. Evola erhielt eine strenge katholische Erziehung. Wenig später wandte er sich jedoch vom Katholizismus ab und den Idealen der heidnischen Antike zu. In seinem 1928 erschienenen Buch Heidnischer Imperialismus plädiert er für einen hierarchisch aufgebauten Führerstaat, einem sakralen Reich nach dem Vorbilde des antiken Römischen Reiches. Evola vertritt in seiner Philosophie eine polare Sicht der Dinge: dem männlich-solar-transzendenten, dem Spirituellen zugewandten sakralisierten Kshatriya-Prinzip, stellt er das weiblich-lunare, dem Spirituellen abgewandte entgegen. So bezeichnet er die dem Römischen Reich in Europa folgenden, sich mit fortschreitender Zeit immer stärker dem Materialismus zuneigenden Gesellschaftsordnungen als lunar-dekadent und daher involutiv, d.h. als vom kulturellen Niedergang gezeichnet und somit dem Untergang geweiht. Als Hauptwerk Evolas gilt das 1934 erschienene Buch Rivolta contro il Mondo Moderno (deutsch Erhebung wider die moderne Welt). Evola reklamierte für seinen Begriff der Rasse, er gehe über den der anthropologischen Deutung des Nationalsozialismus hinaus. Im Unterschied zu der rein biologistischen Sicht etwa eines Houston Stewart Chamberlain, dem Evola seelischen Infantilismus vorwarf, interpretierte Evola Rasse in einem transzendentalen Sinne als Kultur, Elite und Aristokratie und forderte einen Rassismus des Geistes und der Seele (dies vor allem in seinem 1938 erschienenen Buch Mito del sangue). Nach dem Sturz Mussolinis floh er 1943 nach Deutschland. 1945 trug er von einem sowjetischen Bombengriff auf Wien eine Verletzung davon, die ihn für den Rest seines Lebens von der Hüfte abwärts lähmte. Im April 1951 wurde Evola wegen Verherrlichung des Faschismus und wegen Bildung einer faschistischen Verschwörung verhaftet, in einem aufsehenerregenden Prozess jedoch freigesprochen. Bis zu seinem Lebensende verfaßte er zahlreiche Bücher zu philosophischen, religionsgeschichtlichen, magisch-hermetischen und politischen Themen.

Reinhard Falter
wurde 1960 in München geboren, studierte Philosophie und Geschichte und lebt heute als Dozent und freier Autor in München. Er ist Vorsitzender des Instituts für naturphilosophische Praxis (INAP) e.V. Auf seine Initiative hin wurde im Rahmen einer Bürgerinitiative die Isar südlich von München in den neunziger Jahren renaturiert.

Gottfried Feder

Bernd-Ingo Friedrich,
geboren 1952 in Weißwasser in der Oberlausitz, wo er auch heute lebt. Der Schriftsteller, Kulturhistoriker und Publizist befaßt sich speziell mit den Dichtern Heinrich Stieglitz und Leopold Schefer, dem Fürsten Hermann von Pückler-Muskau sowie literarischen Außenseitern der Aufklärung und des Biedermeiers, der Schwerpunkt seiner publizistischen Tätigkeit liegt auf der Buchkunst und Bibliophilie.

Jochen Gartz
studierte ab 1972 Chemie in Merseburg, wo er 1980 mit der Dissertation über das Thema Peroxide abschloß. Er arbeitete danach in der industriellen Pharmaforschung über die Synthese und Analyse von Arzneistoffen und untersuchte in dieser Zeit auch Puder und Salben auf der Basis von Peroxiden. Seit vielen Jahren erforscht er Inhaltsstoffe höherer Pilze mit dem Ziel, neue pharmazeutische Wirkstoffe zu erschließen. Die Resultate seiner Forschungen sind in etwa 150 Fachpublikationen niedergelegt. Als Buchautor beschäftigt er sich neben Pilzen und Peroxiden mit der Kulturgeschichte von Explosivstoffen und chemischen Kampfstoffen.

Klaus Gauger
wurde 1965 in Tübingen geboren, studierte Wirtschaft, Geschichte, Romanistik und Germanistik und promovierte über Ernst Jüngers kriegerisches Frühwerk. Arbeitet als freier Journalist in Freiburg.

Christian Glowatzki ,
1970 in Potsdam geboren, begann seine musikalische Ausbildung bei Prof. Friedrich Meinel in Potsdam (Orgel). Später legte er die Staatsprüfung zum Musiklehrer für Klavier am Konservatorium Würzburg ab. Bei Joachim F. W. Schneider machte er Kompositionsstudien. Eine C-Prüfung als Organist und Chorleiter legte er in der KMF Schlüchtern bei Gunter Martin Göttsche ab.
Unter seinen Werken der Kirchen- und Konzertmusik sind hervorzuheben die Komposition „Quept-Sint“ für das Erlanger Baryton-Trio, die Kantaten für das Kompositionsprojekt Professor Matthias Drudes (Dresden), die „Uffenheimer Adventskantate“, die im Auftrag des Dekanates Uffenheim entstanden ist, und das Klarinettenquintett „Achtundsechzig“, geschrieben im Auftrag des Tonkünstlerverbandes Würzburg als Beitrag für das Würzburger Richard-Strauß-Festival.

Friedrich Gundolf
geboren 1880 in Darmstadt, studierte Germanistik und Kunstgeschichte in München, Berlin und Heidelberg, wurde 1903 promoviert und habilitierte sich 1911 mit der Schrift »Shakespeare und der deutsche Geist«. Ab 1916 wirkte er an der Universität Heidelberg. Seit 1899 gehörte Gundolf dem Kreis um Stefan George an und veröffentlichte in den von Stefan George herausgegebenen Blättern für die Kunst. 1910/1911 gab er zusammen mit Friedrich Wolters das Jahrbuch für geistige Bewegung heraus. In seinen literaturwissenschaftlichen Arbeiten vertrat Gundolf eine geistesgeschichtlich orientierte Literaturbeobachtung, in der die lebensphilosophisch geprägte Erfassung des Dichters im Mittelpunkt steht. Die großen Künstler wie Shakespeare, Goethe oder Heinrich von Kleist sah er als Symbolgestalten ihrer Epoche, das Ziel seiner Forschung war die Darstellung des Künstlers und die Wirkung seines Werkes. Er starb 1931 in Heidelberg.

Uwe Haubenreißer
wurde 1964 in Nordhausen am Harz geboren, lebt daselbst zwischen Büchern und Kakteen. Seine Gedichte, gering an Zahl, bedürfen keines symbolischen Pomps um zu wirken – ihr liedhafter Ton, den Romantikern eher verpflichtet als den Olympiern, trägt sie leicht in das Herz des Lesers. Nach eigenem Bekunden liegen ihm weder "Historien-Gerassel" noch "transzendentes Gesäusel", auch mag er den emotionalen Kern nicht zu kaltem Prunk zerschleifen. So wirken seine Verse, wie sie eben sind: still, von sanfter Melancholie durchwirkt, oft fragend, ja zweifelnd – doch immer klar gebaut und schön.

Monika Hauf
geboren 1959, wurde durch Ihre Bücher zu den Tempelrittern, den Freimaurern und den Rosenkreuzern, sowie über das Tibetanische Totenbuch, den Jakobusweg, den Heiligen Gral, Magie und Marienerscheinungen bekannt. Sie befaßte sich mit dem Verhältnis von Esoterik zur Religion, absolvierte in diesem Zusammenhang ein Studium der katholischen Theologie und besuchte ein Sommerseminar im C. G. Jung-Institut in Küsnacht.

Sebastian Hennig
1972 in Leipzig geboren, ist aufgewachsen in Radebeul bei Dresden, wo er noch heute lebt, schloß 1998 ein Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden mit Diplom ab. Neben seiner freiberuflichen Tätigkeit als bildender Künstler verfaßt er zahlreiche Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und den Hörfunk und schreibt Bücher zu Kunst, Literatur und Zeitgeschichte.

Wolfgang Hetzer
geboren 1951, promovierter Jurist und pensionierter Beamter, war u. a. als Referatsleiter im Bundeskanzleramt für die Aufsicht über den Bundesnachrichtendienst zuständig, später in Brüssel im Bereich der Korruptionsbekämpfung. Neben einer Vielzahl von Beiträgen in Fachzeitschriften hat der Autor im Jahre 2003 das Buch „Tatort Finanzmarkt“ und im Jahre 2008 das Buch „Rechtsstaat oder Ausnahmenzustand – Souveränität und Terror“ veröffentlicht.

Friedrich Hielscher

Alexander von Hohentramm
lehnt jeglichen Versuch einer Darstellung seiner Biographie ab, da er sich für keine der vielen möglichen Interpretationen entscheiden kann. Fest steht, daß es ihn wirklich gibt, wovon etliche Zeugnis ablegen können, viele davon mit schauderndem Entsetzen, einige wenige aber auch in zufriedener Freude. Er hat mehrere Schulen besucht, darunter auch hohe – wenn auch nicht immer zur eigenen oder zur Freude seiner Lehrer – und verfügt über ein fundiertes Halbwissen. Da er bereits älter ist, als er zu werden hoffte, vertritt er in aller Brutalität den Grundsatz, daß sich die Autoren ihre Leser aussuchen müssen und nicht umgekehrt.

Heinz-Theo Homann
wurde 1950 in Dernbach (Westerwald) geboren. Er studierte in München, Münster und Bonn katholische Theologie, Philosophie und Soziologie. Seit 1988 (seit 1993 zusammen mit Günter Maschke) Herausgeber der in Bonn erscheinenden Zeitschrift Etappe. Ein starker Einfluss auf sein Denken ging von dem Werk Reinhold Schneider aus, ebenso von Carl Schmitt. Neben seinen theoretischen Beiträgen und Editorials in der Zeitschrift Etappe veröffentlichte er eine historische Kriminalnovelle Mord im Wolfsturm (1992) und gab ein Jahrbuch zur Konservativen Revolution (1994) heraus. In seiner umfangreichen, als Buch bei Schöningh veröffentlichten Dissertation Das funktionale Argument legte Homann eine umfassende historisch-systematische Darlegung und Kritik der funktionslogischen Religionsbegründung vor. Sie besteht aus zwei Teilen. In ihrem problemgeschichtlichen Teil dokumentiert sie typologisch den Gestaltwandel des funktionalen Arguments zwischen Polis-Religion und systemtheoretischer Luhmannitis der Gegenwart. Der systematische Teil trägt eine fundamentaltheologisch motivierte Kritik der funktionalistischen Vernunft vor, deren Angelpunkte Personalität, erfüllte Zeit und kognitive Glaubenswahrheit sind.

Alexander Jacob
ist ein in Indien geborener Philosoph, der mit zahlreichen ideengeschichtlichen Studien hervorgetreten ist. So zu Henry Mores Widerlegung von Spinoza (1991), zur Geschichte der Religion in Atman, einer Rekonstruktion der Sonnenkosmologie der Indogermanen (2005) und zur europäischen aristokratischen Philosophie (2001). Darüberhinaus hat er Werke von vielen Autoren übersetzt, darunter Houston Stewart Chamberlain, Edgar Julius Jung, Alain de Benoist, Pierre Krebs und Hans-Jürgen Syberberg. 2017 erscheint seine Studie zur Naturphilosophie (1992) erstmals in deutscher Sprache.

Burkhard Jahn
wurde 1948 in Hildesheim geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Publizistik und Kunstgeschichte in Hamburg sowie an der dortigen Schauspielschule war Burkhard Jahn an vielen deutschen Bühnen engagiert und hat Haupt- und Titelrollen wie Hamlet, Oedipus und Michael Kohlhaas verkörpert. Bei verschiedenen Zürcher Filmfirmen war er für Konzeptentwicklung, Drehbücher und Mitarbeit an der Regie zuständig. Außerdem war er Regisseur und Künstlerischer Leiter des Theaters in der Cristallerie in Wadgassen bei Saarbrücken. Als Autor verfaßte vor allem Lyrik, Erzählungen und Kurzgeschichten sowie Bühnentexte und Drehbücher für Dokumentarfilme. Unter dem Pseudonym »Roberto Linnarz« veröffentlichte er Theatertexte und feuilletonistische Artikel.

Wolf Kalz
wurde 1933 in Halberstadt als Sohn eines Diplomvolkswirts und einer Autorin geboren. Er lernte nach dem Abitur Industriekaufmann, studierte Philosophie, Volkswirtschaft, Germanistik, Geschichte und Politologie und promovierte in Gießen. Er war Lehrer an der Deutschen Schule in Santiago de Chile und danach in Riedlingen an der Donau. Er veröffentlichte zur Zeitgeschichte in „Criticon“, „Zeitbühne“, „Staatsbriefe“, „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ sowie in mehreren Büchern. Parallel entstand sein künstlerisches Werk. Nach der Flucht 1945 arbeitete er in der kunstgewerblichen Werkstätte der Eltern in Vilseck vor allem mit Holz. In Chile wandt er sich Schmuck und Gestein zu. Seit 1990 kamen Bronze- und Silberguß hinzu, wobei er Handwerkliches bei Gerold Jäggle in Ertingen erlernte. An der Internationalen Akademie für bildende Kunst in Trier belegte er Studien in Aktzeichnen und Skulptur.

Nikolaos Katsouros
wurde 1965 in Celle als Sohn griechisch-deutscher Eltern geboren. Während seines Studiums der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main entwickelte er ein intensives Interesse für psychologische Erzählungen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Seit 2005 schreibt er Erzählungen, die das Leben der Gegenwart und die Handlungsmotive der Durchschnittsmenschen schonungslos demaskieren.

Florian Kiesewetter
wurde 1990 in Nordhausen geboren. Seit dem Abitur auf einer Bildungsreise durch Kanada, möchte er Medizin studieren. Er stellt sein von mehreren Dichtern gepriesenes literarisches Debüt bei Arnshaugk vor.

Till Kinzel
wurde 1968 in Berlin geboren, studierte von 1988 bis 1997 an der Technischen Universität Berlin. 2001 wurde er durch eine Arbeit zur Platonischen Kulturkritik in Amerika promoviert. 2005 habilitierte er sich für Neuere Englische und Amerikanische Literaturwissenschaft. Er ist Privatdozent an der TU Berlin und hatte einen Lehrauftrag in Vertretung an der Universität Paderborn inne.

Jochen Klepper

Michael Klonovsky

Ralf Küttelwesch
wurde 1962 in Köln geboren. In der Jugendbewegung aufgewachsen, studierte er Volkskunde, Neuere Geschichte und Politik an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn am Rhein. Seit 1992 ist er Mitglied einer Münchner Studentenverbindung.

Uwe Lammla
wurde 1961 in Neustadt an der Orla geboren, lebte von 1984 bis 2009 in München, seit Mai 2009 wieder in Neustadt. Mit 17 begann er zu dichten, größere Schübe gab es im Alter von 19 bis 23 Jahren, dann im Alter von 29 bis 35 Jahren und schließlich anhaltend seit dem 45. Lebensjahr. Die frühen Gedichte sind von Rilke, Trakl und den Romantikern beeinflußt, seit 1981 von Rolf Schilling. Zu Beginn der 90er Jahre entwickelte er vom Seerosenritter bis zum Traum von Atlantis eine eigene dichterische Welt, in der die Präsenz und Vertracktheit des Mythischen in sinnenfrohen Bildern gezeichnet wird. In den späten 90ern langsam wachsend, dann vom Jahre 2006 an in großer Dichte entstehen Gedichtbücher, in denen die Verbindung des Reichsgedankens mit dem Christentum zentral ist. Seit 2008 kamen essayistische Arbeiten mit literarischen, politischen und religiösen Themen dazu. Weiterhin entstanden eine ganze Reihe von Versdramen mit antiken, mittelalterlichen und modernen Stoffen.

Horst Lange

Heinrich Lersch

Iryna Lierheimer

Sebastian Maaß

Serge Mangin
wurde 1947 in Paris geboren und siedelte 1970 von Frankreich nach Deutschland über. Hier studierte er Bildhauerei, unter anderem bei Anton Rückel, der sich besonders durch Sakralkunst hervorgetan hat. Neben der Bildhauerei ist er als Aquarellist und Buchillustrator tätig. Der weibliche Akt und die mediterrane Landschaft sind seine bevorzugten Sujets. Internationales Renommee gewann er vor allem durch Porträts von Ernst Jünger, Luciano Pavarotti und Henry Miller sowie durch andere bekannte Skulpturen in Deutschland.

Mario Markus,
em. Professor für Physik an der Universität Dortmund, wurde 1944 als Sohn deutscher Einwanderer in Santiago de Chile geboren. Als 20-jähriger ging er nach Heidelberg, um dort Physik zu studieren und in Plasmaphysik zu promovieren. Zuletzt war er Leiter einer Arbeitsgruppe am Dortmunder Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie. Er hat über 160 wissenschaftliche Artikel in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht, hauptsächlich über Fragen von Selbstorganisation und Chaos in Biologie, Physik und Chemie.
Mario Markus begann als vierzigjähriger Gedichte zu schreiben. Sein erster Lyrikband mit spanischen Gedichten erschien 1990 in Madrid. Sein Zukunftsroman »Bilis Negra« (2001) wurde zum Stoff eines erfolgreichen Comics (2006) in Lateinamerika. Der Lyrikband »Punzadas« folgte 2007 und erschien auf Deutsch (»Stiche«) im Jahre 2016. 2009 erschien sein Buch »Die Kunst der Mathematik«, 2011 »Chemische Gedichte«, 2014 »Unsere Welt ohne Insekten? Ein Teil der Natur verschwindet«. In seinen Werken erstrebt er das Verschmelzen von Wissenschaft und Kunst.

Georg Milzner
Dipl.-Psych., ist Schriftsteller, Psychotherapeut und Bewußtseinsforscher. Er unterhält in Münster/Westfalen eine Praxis für Hypnoanalyse und wirkt als Projektleiter am Institut für Hypnotherapie in Düsseldorf. Als Lyriker ist er insbesondere mit Sonetten hervorgetreten; seine Fachpublikationen kreisen um das Problem des seelischen Ausnahmezustands. In literaturhistorischen Essays ebenso wie in psychologischen Analysen untersucht er die Wirkung von Mythen im Unbewußten der modernen Kultur.

Baal Müller,
geboren 1969 in Frankfurt am Main, wuchs im Odenwald auf, studierte in Heidelberg und Tübingen Germanistik und Philosophie und wurde 2004 promoviert. Er hat zwei Töchter. Er lebt als Geschäftsmann, freier Journalist, Buchautor und Übersetzer zunächst in München-Schwabing, ab 2007 in Caputh bei Potsdam, seit 2012 in Treuenbrietzen im Fläming. Er befaßt sich besonders mit Alfred Schuler und der Schwabinger Kosmischen Runde und mit den heidnischen Wurzeln der Deutschen, aber auch mit der aktuellen Politik.

Baron Géza-Árpád von Nahodyl Neményi
1958 in Köln geboren, aus einer deutsch-mährischen Familie stammend, in Berlin aufgewachsen. Nach dem Abitur mit Diplom abgeschlossenes Studium der „Visuellen Kommunikation“ an der Universität der Künste (Berlin) und Teilstudium der Skandinavistik in Berlin. Danach verschiedene Tätigkeiten im Medienbereich. Seit 1983 intensive Beschäftigung und Erforschung der Religion der Germanen, Mitarbeit im „Verein für deutsche Vor- und Frühgeschichte“ und Veröffentlichung vieler Bücher zum Thema unter dem Pseudonym „Géza von Neményi“. Verheiratet und seit 1999 wohnhaft im Hohen Fläming (Brandenburg).

Uwe Nolte
wurde 1969 in Merseburg geboren, lebte lange in Halle an der Saale, dann einige Jahre in Rußland und in Tirol, bis er in seine mitteldeutsche Heimat zurückkehrte. Früh begann er mit seiner Dichtung, die immer formstreng und an der deutschen Romantik orientiert war. Er wurde als Musiker mit seiner neuartigen »lyrischen Klangkunst« bekannt und erfolgreich, insbesondere mit dem Musikprojekt »Orplid«, aber auch mit »Rückgrat«, »Sonnentau« und seiner Live-Band »Barditus«. In Rußland startete er eine zweite Karriere als Graphiker und stellte auch in Deutschland in renommierten Galerien aus. Nach einer sehr bewegten Zeit fand er in der Bergwelt Tirols zur Einkehr und auch zur Dichtung zurück. Die neueren Werke unterscheidet von den frühen ein wacher Blick auf die Irrungen und Eitelkeiten der Zeit und die Wiederentdeckung von Demut und Dankbarkeit.

Rudolf Otto

Roman Piligrim
ist der Pseudonym von Roman Juriwitsch Koshmanov, geboren 1973 in Woronesh, Rußland. Nach Abschluß des musikalischen Kollegs studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Woronesh und beendete die mit zwei Studienabschlüssen, als Dirigent und Solosänger. Roman Koshmanov ist verheirat, hat zwei Söhne und lebt in Gera, wo er seit 1999 für die Theater Gera und Altenburg als Tenor arbeitet. Daneben beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Literatur und Malerei, seit einiger Zeit auch mit literarischen Übersetzungen und Nachdichtungen sowie mit Liedkompositionen, Orchestrierung und Arrangements.

Richard Reschika
wurde 1962 in Kronstadt geboren, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie und promovierte über Paul Celan. Seit 1995 freischaffend. Bedeutende Publikationen über Mircea Eliade, Emil Cioran und Friedrich Nietzsche, zahlreiche Bücher zur Philosophie- und Religionsgeschichte und zur Mystik. Wichtigster Übersetzer der Werke Mircea Eliades ins Deutsche.

Franz Riedweg
wurde 1907 in Luzern geboren und entstammt einer bis ins 15. Jh. nachweisbaren Familie aus den Urkantonen. Er studierte in Bern, Rostock und Berlin und promovierte 1934 als Mediziner. Seit dem Jahre 1930 betätigte er sich politisch als entschlossener Gegner des Kommunismus und Vertreter jung-konservativer Sammlungsgedanken. Er sah in Deutschland das Rückgrat einer solchen Entwicklung. Noch als Student leitete er die Paneuropagruppe der Universität Bern und war 1936 unter den Gründern einer Schweizer Aktion gegen den Kommunismus. Aus dieser Einstellung heraus erwuchs sein besonderes Interesse an der Entwicklung in Deutschland nach 1933. Sie ließ ihn auch die dunklen Seiten des Regimes übersehen. Im Jahre 1938 erwarb er nach Übersiedlung nach Deutschland die deutsche Staatsbürgerschaft. Von 1949 an arbeitete er als Arzt in München. Bis zu seinem Tod 2005 verfaßte er zahlreiche philosophische Bücher, in denen er die grundsätzliche Wesensgleichheit von Liberalismus und Sozialismus betont. Sein Angriff gilt der Leugnung der transzendeten Dimension des Menschen durch die Moderne, der tiefen Religionsfeindschaft, die sich in allen Ideen und in der Politik der Moderne zeigt.

Günter Rohrmoser,
geboren 1927 in Bochum, studierte Philosophie, Theologie, Geschichte, Germanistik und Nationalökonomie an den Universitäten Münster und Tübingen. 1961 habilitierte er sich an der Universität Köln. Seine Habilitationsschrift schrieb er über Subjektivität und Verdinglichung. Theologie und Gesellschaft im Denken des jungen Hegel. Zunächst Honorarprofessor an der Universität Köln, war er seit 1976 Ordinarius für Sozialphilosophie an der Universität Hohenheim. Daneben lehrte er bis zum Sommer 1996 Politische Philosophie an der Universität Stuttgart. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen auf den Gebieten der Religionsphilosophie, der Philosophie des Politischen und der Theorie der Gesellschaft. Rohrmoser war mit Peter von Oertzen Mitglied in der Marxismuskommission der Evangelischen Kirche in Deutschland und der EKD-Synode, vielfacher Referent der Evangelischen und Katholischen Akademien, Vizepräsident des Studienzentrums Weikersheim. Peter Glotz schätzte seine Beiträge in der SPD-Grundwertekommission, sein Referat beim Tübinger Forum wurde mit großer Zustimmung aufgenommen. Der Lutheraner Rohrmoser wurde 1981 von Papst Johannes Paul II. empfangen. Nach seiner Beratertätigkeit für Franz Josef Strauß und Hans Filbinger galt Rohrmoser als christlich-konservativer Sozialphilosoph, der den Konservatismus im Umkreis der CDU geistig begründen wollte. Im September 2006 erschien von Rohrmoser Konservatives Denken im Kontext der Moderne. Andererseits wurde Rohrmoser als »fachkundiger, über den ideologischen Fronten stehender Analytiker« und »leidenschaftlicher Liberaler« bezeichnet. Die Russische Akademie der Wissenschaften hat ihn 1996 als ersten deutschen konservativen Philosophen eingeladen, seine Werke diskutiert und ihm ein Symposium gewidmet. 1997 widmete sie ihm ein Kapitel in der Anthologie der größten politischen Denkern der Welt. Günter Rohrmoser starb 2008 in Stuttgart.

Friedrich Romig
lehrte Politische Ökonomie in Wien, Graz und Aachen. Er ist ist einer der markantesten und eben deswegen auch angefeindeten nationalen Autoren im heutigen Österreich. Als Schüler von Spann und Vertreter der Katholischen Soziallehre sieht er sich dem ganzheitlichen Denken verpflichtet.

Anton Rückel
wurde 1919 in Haßfurt am Main geboren. Er arbeitete nach seiner künstlerischen Ausbildung in München und Paris seit 1954 als freischaffender Bildhauer in München. 1950 erhielt er von der Akademie für Schöne Künste den Bayerischen Staatspreis. Für viele Kirchen und Klöster hat er unvergleichliche Kunstwerke geschaffen und in zahlreichen Gebäuden die gesamte künstlerische Innenausstattung übernommen. Bis auf wenige Ausnahmen, zu denen Denkmäler bedeutender Persönlichkeiten zählen, war sein Schaffen ausschließlich der christlichen Kunst gewidmet. Seine theoretischen Schriften geben einen Einblick in sein Selbstverständnis als christlicher Künstler und seine tiefe Religiosität. Anton Rückel starb am 1990 in München.

Hans-Dietrich Sander
wurde 1928 in Grittel (Mecklenburg) geboren. Er studierte 1948/49 Theologie an der Kirchlichen Hochschule, und von 1949 bis 1952 Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie an der Freien Universität in West-Berlin. 1952 übersiedelte er nach Ost-Berlin. Dort war er bis 1956 als Dramaturg im Henschelverlag und als Theaterkritiker für die Zeitschrift Theater der Zeit tätig. Seit 1957 wieder im Westen, war er Journalist und Literaturkritiker bei der Tageszeitung Die Welt. 1969 promovierte er in Erlangen bei Hans-Joachim Schoeps. Er stand in intensivem schriftlichen und persönlichen Kontakt mit Carl Schmitt. 1964-74 arbeitete er für das Periodikum Deutschland-Archiv und gestaltete Rundfunksendungen zur Literatur in beiden deutschen Staaten. 1972 erschien das Buch »Geschichte der Schönen Literatur in der DDR«. 1975/76 war Sander Lehrbeauftragter an der TU Hannover und 1978/79 Gastdozent an der FU Berlin. In diese Zeit fällt auch seine Mitarbeit an der Zeitbühne unter der Herausgeberschaft von William S. Schlamm. 1980 erschien sein Buch »Der nationale Imperativ – Ideengänge und Werkstücke zur Wiederherstellung Deutschlands«, eine Sammlung politischer Essays, die zum Teil vorher in der Zeitschrift Criticón und in der Welt erschienen waren. Von 1983–86 war Sander Chefredakteur der Deutschen Monatshefte. Danach folgte noch bis 1988 eine ständige Mitarbeit bei Nation und Europa. 1988 erschien Sanders Buch »Die Auflösung aller Dinge – Zur geschichtlichen Lage des Judentums in den Metamorphosen der Moderne«. Zwei Jahre später gründete er die Zeitschrift Staatsbriefe, deren Titel sich auf die Erlässe des Stauferkaisers Friedrich II. bezieht. Die Publikation erschien bis 2001. Leitgedanke der Zeitschrift war die Belebung der ghibellinischen Reichsidee.

Hans Dieter Schäfer,
1939 in Berlin geboren, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien und Kiel, von 1974 bis 2004 Dozent für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Regensburger Universität, die ihn zur Verabschiedung mit einer umfangreichen Ausstellung gewürdigt hat. Außer Forschungsarbeiten zur Literatur- und Alltagsgeschichte veröffentlichte Schäfer mehrere Bände mit Gedichten und autobiographischer Prosa. Bekanntschaft mit dem Lyriker Wilhelm Lehmann, dessen Werke er herausgab.

Oda Schaefer
1900 in Berlin geboren, entstammt mütterlicherseits der baltischen Familie von Kügelgen. Ihre Kindheit verbrachte sie in Ostpreußen, nach dem ersten Weltkrieg studierte sie Graphik und Kunstgewerbe in Berlin. Sie war in erster Ehe mit dem Maler Albert Schaefer-Ast, in zweiter mit dem Dichter Horst Lange verheiratet, den sie in Liegnitz kennenlernte und mit dem sie 1931 wieder nach Berlin ging. 1939 erschien ihr erstes Buch »Die Windharfe« im Verlag »Die Rabenpresse«, ihm folgten in den Jahren von 1946 bis 1985 weitere Bände mit Gedichten, Erzählungen und Feuilletons sowie zwei Bücher mit autobiographischer Prosa. Seit 1950 lebte Oda Schaefer in München, wo sie 1988 starb. Vielseitig begabt und von früh an künstlerisch tätig, fand Oda Schaefer als Lyrikerin in den späten zwanziger Jahren ihren eigenen Ton. Ausgehend vom Erlebnis der schlesischen Landschaft, erschloß sie jenen trächtigen Grund von Wasser, Sumpf, Moor, Ried und Gras für ihr Gedicht, ein Reich der Fruchtbarkeit und der Verwesung, aus dem sich das Leitmotiv ihrer Verse entwickelt: der Tod als Verwandlung, die Wiederkehr des Lebendigen. Im Ringen um das sinnlich konkrete Bild, in der detailgenauen Fassung des Angeschauten trifft sich Oda Schaefer mit anderen Dichtern der Zeit um 1930, die sich um eine Erneuerung der Naturlyrik bemühten und mit denen sie persönlich befreundet wir: Elisabeth Langgässer, Peter Huchel, Günter Eich. Von ihnen unterscheidet sie sich durch die romantisch-elegischen Züge ihrer frühen Dichtung. Die Verse der Nachkriegszeit wirken karger und lakonischer, was die späten Gedichte mit den ersten verbindet, ist die Sehnsucht nach Verzauberung und das pantheistische Weltgefühl. Der Gedichtband der Edition Arnshaugk stellt das lyrische Werk Oda Schaefers zum ersten Mal in seiner Gesamtheit vor und dokumentiert damit eine unverwechselbare Stimme in der deutschen Dichtung des zwanzigsten Jahrhunderts.

Rolf Schilling
wurde 1950 in Nordhausen geboren und lebt in Udestedt im Thüringer Becken. In seiner Dichtung verwirklicht sich ein archaische Gestalt, für die es in Deutschland kaum Vorbilder gibt: der Dichter als Sänger, der in rauschhaft-beflügelter Rede die Mächte des Ursprungs beschwört. Ernst Jünger nennt dies eine »mythisch-heraldische Grundhaltung«, die sich im imperativischen Gestus, im Formelhaft-Endgültigen der Sprache und im sicheren Instinkt für die Nuance bezeugt. Rolf Schilling leistet sich den Luxus prächtiger Bilder und gebietet dabei über eine breite Skala der Ausdrucksmittel, die vom Runenspruch bis zum Dithyrambus reicht. Die Symbole, in denen der Mensch von jeher seine Stellung zu Himmel und Erde bestimmt, werden im Gedicht neu gesetzt, auf einmalige, persönlich-passionierte Art. In den Essays geschieht dies in anderer Weise: in einer größeren Vorläufigkeit der Aussage und immer wieder erneuter Annäherung. Neben Auseinandersetzungen mit Dichtern und Philosophen, unter denen Friedrich Nietzsche einen herausragenden Platz einnimmt, stehen Reflexionen zur Natursymbolik, Morphologie und Biographik, Themen, die auch zu den Leitmotiven des Tagebuchs gehören. Das fortlaufende Selbstgespräch verweist auf das meditative Gespinst, dem die gestalteten Träume, die Gedichte, entspringen.

Siegried Schröder
wurde 1938 in Niederschlesien geboren. Im Januar 1945 mit Mutter und Schwester vor der Roten Armee geflohen, 1946 durch Vertreibung Haus, Hof und Heimat verloren. Realschule in Ostwestfalen, Berufsausbildung bei der Bundesbahn, Familiengündung. Später Polizeibeamter in Bremen, Hannover und Bremerhaven. Lebenslang große Leidenschaft für Archäologie, europäische Frühgechichte, Mythologie und Märchen. Kurzgeschichten in Anthologien, ein Roman sowie eine Forschungsarbeit, die 2008 bei Forsite, 2015 in erweiterter Fassung bei Telesma erschien.

Wolfgang Schühly,
geboren 1968 in Freiburg im Breisgau, wuchs in Merzhausen auf. Studium der Chemie und Biologie in Freiburg, Promotion in Zürich. Verheiratet, eine Tochter, lebt als Naturstoffchemiker in Graz. Schühly verfügt über umfangreiche Kenntnisse in der Botanik und hat auf weitreichen Eskursionen Material für seine Forschungen zusammengetragen, sowie Naturbeobachtungen angestellt. Er spielt leidenschaftlich Klavier und befaßt sich tiefgründig mit musikalischen, literarischen und kulturgeschichtlichen Themen. Besondere Sorgfalt läßt er der Pflege der deutschen Sprache angedeihen.

Josef Schüßlburner,
geboren 1954 in Geratskirchen, studierte Rechtswissenschaften in Regensburg und Kiel, wurde 1985 Verwaltungsbeamter. Er war von 1987 bis 1989 beim Generalsekretariat der Vereinten Nationen, New York, im Referat für Völkerrechts-Kodifikation tätig. Von 1997 bis 1999 war er als nationaler Experte für Rechtsfragen des Luftverkehrs zur Europäischen Kommission in Brüssel abgeordnet. Publizistisch setzt er sich seit langem kritisch mit vorherrschenden Politischen Ideologien auseinander. Die Bandbreite seiner Themen ist groß und reicht vom Wettbewerbsrecht über Verfassungsgeschichte und politische Geographie bis zu religionswissenschaftlichen Fragestellungen.

Alfred Schuler

Oswald Spengler
wurde 1880 als zweites von fünf Kindern des Postbeamten Bernhard Spengler und seiner Frau Pauline in Blankenburg am Harz geboren. Sein ältester Bruder war bereits im Alter von drei Wochen verstorben. Im Jahr 1891 zog die Familie nach Halle/Saale, wo Spengler die Latina der Franckeschen Stiftungen besuchte. Nachdem er 1899 das Abitur bestanden hatte und wegen eines schweren Herzfehlers vom Militärdienst befreit wurde, studierte er in Halle, München und Berlin die Fächer Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie. Seine Dissertation schrieb er bei dem Philosophen Alois Riehl zum Thema Der Metaphysische Grundgedanke der Heraklitischen Philosophie. Nach dem Seminarjahr und einer Tätigkeit als Aushilfslehrer erhielt Spengler 1908 eine feste Anstellung als Gymnasiallehrer in Hamburg. Der Schuldienst sagte ihm nicht zu. Eine kleine Erbschaft nach dem Tod seiner Mutter eröffnete Spengler die Möglichkeit, die Lehrtätigkeit aufzugeben und sich im März 1911 als freier Schriftsteller in München niederzulassen. In München arbeitete Spengler zunächst für verschiedene Zeitungen als Kulturreferent und seit 1911 vor allem an seinem zweibändigen Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes, dessen Erscheinen 1918 und 1922 ihn schlagartig berühmt machte und zum Gegenstand heftiger Debatten und Polemiken in literarischen, wissenschaftlichen und politischen Kreisen werden ließ. Als politischer Schriftsteller brachte er seine Kritik an Weimar in kleineren Schriften wie Preußentum und Sozialismus (1919) und Neubau des Deutschen Reiches (1924) zum Ausdruck. Spengler hoffte, dass ein Diktator der Weimarer Republik ein Ende setzen werde, der die großen innen- und v. a. außenpolitischen Herausforderungen in einem Zeitalter der Vernichtungskriege erfolgreich zu bewältigen imstande sei. Obwohl Spenglers Jahre der Entscheidung als oppositionelle Schrift gegen den Nationalsozialismus erscheint, wurde das Buch nicht verboten. Es lief zwar eine Kampagne gegen das Buch, doch Joseph Goebbels bemühte sich weiterhin, Spengler auf seine Seite zu ziehen. Im Oktober 1935 trat Spengler aus dem Vorstand des Nietzsche-Archivs aus, weil er sich mit der Neudeutung Nietzsches nicht abfinden wollte. Spengler starb 1936 in seiner Münchner Wohnung an Herzversagen, sein unerwarteter Tod gab Anlaß für Gerüchte.

Wilhelm Stapel
wurde 1882 in Kalbe an der Milde geboren und starb 1954 in Hamburg. Er studierte er in Göttingen, München und Berlin Kunstgeschichte, Philosophie und Volkswirtschaft und wurde 1911 in Göttingen bei Edmund Husserl promoviert. Wie viele Denker vollzog er im ersten Weltkrieg eine Wende nach rechts und entdeckte das Volkstum als prägend für Staat und Religion. Mit diesem Denken geriet er in schroffen Widerspruch zu den jüdischen Intellektuellen, die gerade diese Prägekraft verneinten. In zahlreichen Schriften widmet er sich dem Konflikt zwischen Juden und Deutschen als seelischem Problem. Er zitiert immer wieder Hans F. K. Günther als Kronzeugen für die Auffassung, daß Deutsche und Juden keine Rassen, sondern Völker und damit Rassenmischungen seien. Damit steht er im Widerspruch zur späteren Staatsdokrin, was immer stärker zu seiner Kaltstellung führte. Von 1919 bis 1938 gab Stapel die Zeitschrift »Deutsches Volkstum« heraus. Hans Blüher nennt Stapel den ersten Judenfeind ohne heimlichen Neid seit Nietzsche, als einen, der ein objektives Problem zu lösen trachte. Im Unterschied zu Blüher versuchte Stapel den Nationalsozialismus mit einer christlich-protestantischen Grundlage zunächst in Einklang zu bringen und später Nischen zu finden, in denen ihm Forschung und Publizistik noch möglich war. Dabei schützte ihn lange Rudolf Heß vor den Intrigen Alfred Rosenbergs. Zu Stapels bekanntesten Werken gehörten seine satirischen Polemiken, die in den Bänden »Literatenwäsche« (1930, illustriert von A. Paul Weber) und »Stapeleien« (1939) gesammelt wurden. Stapel pflegte außerdem die Besonderheit des »Übersetzens ins Gemeindeutsche«. Dabei sind Wolfram von Eschenbachs »Parzival«, der Heliand und Kants »Kritik der reinen Vernunft« zu nennen.

Heinz-Siegfried Strelow

Viktor Streck
wurde 1963 in Rußland geboren. Seine Jugend verbrachte er in der westsibirischen Stadt Omsk. 1981 zog er mit der Familie nach Kirgisien, wo er an der staatlichen Universität Frunse (heute Bisch-kek) Journalistik studierte und in einer Jugendzeitung tätig war. Seit 1988 lebt er in Deutschland. 2007 veröffentlichte er den Roman »Heimat ist ein Paradies«.

Ingrid Szabó
wurde in Hannover geboren und hat ihre Kindheit und Jugend in Norddeutschland verbracht. Dem folgten ein paar Jahre in Mexiko, bevor sie sich endgültig in Konstanz am Bodensee niederließ. Dort hat sie zusammen mit ihrem Mann Zoltán Szabó zwei Bücher über Runen ("Geheimnis der Namen", "Geheimnis der Vornamen") und ein Buch über Tarot ("Tarot der Idioten") geschrieben. "Über den Dächern von Valetta" ist ihr erster Roman.

Peter Tanz

Dr. Ilse Tödt
*1930, Theologin, aus Hannover, schreibt Essays

Fritz Usinger
wurde 1895 in Friedberg/Hessen geboren. Er studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in München, Heidelberg und Gießen und promovierte 1921. Bis zum Jahre 1949 war er als Studienrat an hessischen Gymnasien tätig und arbeitete dann als freier Schriftsteller. Zu seinen Förderern zählten Alfred Mombert und Karl Wolfskehl, er war befreundet mit Carl Zuckmayer, Hans Schiebenhuth, Erich Kästner und Hans Arp. 1946 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Er starb 1982 in seiner Heimatstadt Friedberg. Ausgehend von der Gestaltidee Goethes und der Schicksalsdichtung Hölderlins entstand innerhalb von sechs Jahrzehnten ein umfangreiches Werk, das Gedichte, Essays und Übersetzungen umfaßt. Der weite Atem und der Versuch zum großen Wurf zeichnen die Dichtung Fritz Usingers aus. Seine bleibende Leistung besteht in der Schöpfung einer Symbolik, welche das Paradoxe als Wesensgrund des Daseins offenbart, das Widerspiel von Sein und Nichts, von Bestand und Vergänglichkeit in einer göttlichen und zugleich heillosen Welt. In Figuren wie dem »Bienenkönig«, dem »Niemand« oder dem »Stern Vergeblichkeit« hat diese Konzeption ihren Ausdruck gefunden. Die Vielfalt der Formen reicht von zwei- und dreistrophigen Sprüchen in schlichten Reimen über streng komponierte Sonettfolgen, alkäische Strophen und Hexameter bis zum weit schwingenden symphonischen Gedicht.

Gerhard Wehr

Volkmar Weiss,
geboren 1944 in Zwickau, ist ein deutscher Genetiker und Historiker, dessen These einer biologisch vorgegebenen Intelligenz, die jeweils ethnisch und nach der Zugehörigkeit zur Sozialschicht kollektiv fixiert sei, Aufsehen hervorrief. Ab 1963 studierte Weiss Germanistik, Geographie und Biologie in Leipzig. Ab 1968 erhielt er eine Spezialausbildung in Anthropologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1969 begann er mit der Erforschung des sozialen Hintergrunds der Mathematik-Hochbegabten der DDR, und er wurde in der Abteilung Soziologie der Akademie der Wissenschaften eingestellt. 1970 erhielt er von der Humboldt-Universität das Diplom für Biologie und wurde 1972 zum Dr. rer. nat. promoviert. 1974 fand ein Wechsel nach Leipzig an die Deutsche Hochschule für Körperkultur statt. Ab 1977 war er in der Abteilung Bildungssoziologie im Zentralinstitut für Jugendforschung tätig. 1984 wurde er Mitarbeiter der Forschungsstelle für Regionalgeschichte des Zentralinstituts für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin. Als Ergebnis dieser Tätigkeit verteidigte er 1993 eine Habilitationsarbeit zur Sozialgeschichte Sachsens. 1990 war er als Leiter der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig berufen worden, die 1995 dem Sächsischen Staatsarchiv Leipzig als Abteilung unterstellt worden ist. Seit 2008 ist Weiss im Ruhestand und verfaßt Sachbücher und utopische Romane.

Joachim Werneburg
wurde 1953 in Erfurt geboren. Er studierte theoretische Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Ilmenau, lebt in Weimar, verfaßt Lyrik und Kurzprosa. Joachim Werneburg schuf in seinen Gedichten für Thüringen eine Mythologie in Geologie, Pflanzen- und Tierwelt. Er entwarf poetische Exkursionen in die vorgeschichtliche, mittelalterliche Zeit und entdeckte diesen Landstrich im schöpferischen Konflikt zwischen slawischen Einwanderungen und westlichen Eroberungen. Den DDR-Zeitgeist hielt er in Epigrammen fest. In späteren Arbeiten erweiterte Werneburg den zentraleuropäischen Ansatz des »Thüringer Meers«, etwa um die Welt der Skythen oder – nach dem Fall der Mauer – um die Provence, Cornwall oder Umbrien. Pulsierend kehrt er nach Thüringen zurück. In den Jahren 1988/89 näherte sich Joachim Werneburg dem Werk des chinesischen Dichters Pe-lo-thien (Bai Juyi, 772 - 846, Tang-Dynastie) an, entdeckte ihn als seinen Verwandten und stieß auf vergleichbare existentielle Erfahrungen (»Die Reise nach Südost«, 1991). Der bildende Künstler Walter Werneburg, Vater des Autors, schuf von 1979 bis 1994 zu 21 Gedichtzyklen farbige Druckgraphiken, die in zahlreichen Ausstellungen vorgestellt wurden. In »Wort und geschwungene Linie« (1997) wird über die Zusammenarbeit berichtet. Joachim Werneburg führte, während er die Untiefen des Thüringer Meers befuhr, ein Logbuch: »Das Kupferbergwerk, Fragmente« (Aufzeichnungen aus den Jahren 1977 bis 1989). Die »Notizen auf der Felswand, Fragmente« stammen aus den Jahren 1990 bis 1995.

Eugen Gottlob Winkler

Dieter Wolf
wurde 1954 in Suhl geboren und starb 2013 in Jena. Er wurde zunächst Fernmeldetechniker, machte das Abitur an der Volkshochschule nach und studierte Gerätetechnik, Theologie, Hispanistik und Latinistik. Er war viele Jahre Landpfarrer in Neunhofen, ab 2012 in Ellrich. Er verfaßte regionalgeschichtliche Bücher sowie phantastische Erzählungen zur heimischen Mythologie und Kultur.

Karl Wolfskehl
wurde 1869 in Darmstadt geboren. Er entstammt einer alteingesessenen jüdischen Familie Hessens, studierte Germanistik in Berlin, Leipzig und Gießen. Entscheidend für seinen Lebensgang war die Freundschaft mit Stefan George, an dessen »Blättern für die Kunst« er seit 1894 mitarbeitete. Gemeinsam mit George gab er 1901 bis 1903 »Deutsche Dichtung« in drei Bänden heraus. Seit 1903 lebte er in München, sein Haus in Schwabing war ein Sammelpunkt des George-Kreises, gleichzeitig bildete es eine weltoffene Stätte des Münchener geselligen Lebens. 1933 ging Karl Wolfskehr ins Exil nach Italien, 1938 nach Neuseeland, dort starb er 1948 in Bayswater/Auckland. Karl Wolfskehl ist neben Stefan George die stärkste dichterische Potenz im Kreis der »Blätter für die Kunst«. Bereits sein Frühwerk, das in den »Gesammelten Dichtungen« (1903) publiziert wurde, zeigt neben dem Einfluß Georges durchaus eigenständige Züge, die vor allem in der Wahl von Stoffen aus der dionysischen Sphäre, in der Neigung zu Hymnus und Dithyrambus zutage treten. Apokalyptische Visionen stehen im Mittelpunkt des Bandes »Der Umkreis« (1927). Der Dichter hält im Stile der Propheten des Alten Testaments ein Strafgericht über seine Zeit, die Kühnheiten der Wortfügung und die Kraßheit der Bilder bezeugen eine Nähe zum Expressionismus, von dessen Protagonisten Karl Wolfskehl sich scheidet durch seine archaische Sprachgewalt und den Rückgriff auf frühe Mythen und Kulturen. Das erste Buch seiner Exildichtung, »Die Stimme spricht« (1934), ist bestimmt von der Besinnung auf jüdisches Schicksal und jüdische Tradition. In dem letzten Gedichtband »Die drei Welten und das Lebenslied« gelingt dem Dichter die große Synthese: die drei Überlieferungen, aus denen sein Werk schöpft, die deutsche, die jüdische und die mediterrane, sind ineinander verwoben, neben Versen von größter Bilderfülle und Farbenpracht stehen tragisch ekstatische Anrufungen und liedhaft schlichte Gebilde, in denen der Dichter, den es »auf Erdballs letzten Inselriff« verschlagen hat, um die verlorene Heimat trauert. Mit der Gesamtausgabe der Gedichte von Karl Wolfskehl macht die Edition Arnshaugk das Werk eines Autors wieder zugänglich, der in Versen von starker Eigenwilligkeit und enormer Sprachkraft eine Welt geschaffen hat, die ebenso schroff wie monumental in der vielfach von Bescheidung und Verzicht geprägten lyrischen Landschaft unseres Jahrhunderts ragt.

Friedrich Wolters

Hans-Conrad Zander
wurde 1937 in Zürich geboren. Er war Mönch im Dominikanerorden und Reporter des »Stern« (Kisch-Preis 1983). Bekanntgeworden ist er als Autor des WDR (»Zeitzeichen«) und als Verfasser von Sachbüchern und Satiren zur Geschichte, vor allem zur Religionsgeschichte (»Von der Leichtigkeit der Religion«, »König David im Café«, »Zehn Argumente für den Zölibat«, »Zanderfilets«).

Jörg Zink
wurde 1922 in Schlüchtern-Elm geboren. Schon früh verlor er seine Eltern (1925/1926). Nach dem Abitur in Ulm diente er bei der Luftwaffe in der 2.Staffel des Zerstörergeschwader 1 (2./ZG1) als Bordfunker. Am 11. April 1944 wurde sein Flugzeug (Ju 88 C-6, Werk-Nummer 750105) bei einem Luftkampf mit britischen Mosquitos über der Loire-Mündung abgeschossen, wobei der Pilot Uffz. Gerhard Fritz ums Leben kam, Zink und Uffz. Paul Ullmann jedoch aus dem Wasser gerettet wurden. 1945 kam er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung studierte Zink Philosophie und Theologie an der Universität Tübingen, unter anderem bei Romano Guardini und Eduard Spranger. Von 1952 bis 1955 war er Repetent am Evangelischen Stift in Tübingen, und promovierte schließlich bei Helmut Thielicke. Nach zwei Jahren als Pfarrer in Esslingen am Neckar arbeitete er von 1957 bis 1961 als Direktor des Burckhardthauses in Gelnhausen. Er verfaßte zahlreiche Sachbücher zu religiösen Themen. Viel beachtet ist insbesondere seine Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche. Er schuf Liedertexte für das Evangelische Gesangbuch. Jörg Zink ist verheiratet und hat drei Töchter und einen Sohn sowie vier Enkel.